Freitag, 3. März 2017

Die Erdnuss und die Ameise


Dies ist wieder eine meiner Gute-Nacht-Geschichten, die ich für meine Kinder geschrieben habe.

*

Die Erdnuss lachte. Es war zu komisch, wie die Ameise mit dem Ball spielte.
Immer wieder warf die Ameise den Ball gegen den spitzen Stein. Und immer
verbeugte sich der Stein, wenn er vom Ball getroffen wurde. Die Ameise gab
der Erdnuss den Ball zurück, und die Erdnuss aß ein Stückchen davon.

 »Schmeckt er eigentlich?« fragte die Ameise. »Es geht so«, sagte die Erdnuss.
»Wenn ich ihn nicht esse, dann fliegt er nicht mehr so gut.« Die Ameise ver-
stand das. Sie musste auch immer die gelbe Möhre essen, damit sie gut flog.
Die gelbe Möhre hatte sie vom Kaninchen zum letzten Geburtstag bekom-
men. Und die Schnecke hatte die gelbe Möhre mit Fliegwasser bespritzt. So
konnte die Ameise jetzt mit der gelben Möhre fliegen. Aber eben nur, wenn
sie immer wieder etwas von der Möhre aß. »Das hat sie gerne«, hatte die
Schnecke gesagt. »Und wird sie dann nicht immer kleiner?« hatte die Ameise
gefragt. »Nein«, sagte die Schnecke, »wird sie nicht. Sie wächst nachts nach.«
Und genauso war das mit dem Ball.

Die Erdnuss setzte sich mit der Ameise auf die gelbe Möhre, und sie flogen
durch die helle Mondnacht. »Es ist wunderschön mit dir durch die Nacht
zu fliegen«, flüsterte die Erdnuss. Die Ameise nickte. Sie schaltete den Fle-
dermausschild ein. »Wozu das?« fragte die Erdnuss. »Die Fledermäuse könn-
ten sich auf uns stürzen«, antwortete die Ameise. Der Schutzschild war gut
eingestellt, und alle Fledermäuse, die in dieser Nacht zu nahe herankamen,
konnten sie nicht mehr bemerken. Sie landeten auf der großen Antenne des
Forsthauses.

Der Förster merkte sofort, dass er Besuch hatte. Aber das störte ihn nicht.
Er schaltete den Fernsehapparat aus und las in seinem Buch. »Ameisen und
Erdnüsse«, murmelte er vor sich hin. Er ging in den Garten und unterhielt
sich mit den beiden. Dabei erfuhr er, dass Witun, der Wildfuchs, sich einen
Dorn in die rechte Pfote getreten hatte. Gleich morgen wollte er zu ihm und
ihm helfen.

Die Ameise und die Erdnuss flogen weiter. Sie flogen mit der Eule um die
Wette. Auf der Kuhwiese mit den orangenen Kühen landeten sie schließlich.
Die Ameise ging zur großen Orangekuh und setzte sich auf ihr linkes Horn.
Sie lernte hier eine Zeit lang die Sprache der Orangekühe. Die Erdnuss besah
sich unterdessen den schwarzen Wohnwagen, der neben der Wiese stand.
»Wieso bist du hier?« fragte die Erdnuss. »Ich mache meine Reifen sauber«,
sagte der Wohnwagen. Er streckte sich aus und gähnte. »Aber eigentlich bin
ich sehr müde. Schlaf doch mit mir eine Runde.« Die Erdnuss legte sich auf
die Fensterbank des schwarzen Wohnwagens, und zusammen schliefen sie
ein Stückchen.

Die Ameise wartete. Sie aß etwas gelbe Möhre und sang ein Nachtlied. Der
Fledermauskönig hatte ihr gestern ein Gedicht geschickt. Sie wusste, dass er
sie gern hatte. Sie dachte nach. Sie wollte ihm roten Klee schicken, von der
orangenen Kuhwiese. Das war eine gute Idee.

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