Samstag, 15. April 2017

Amication in die Praxis umsetzen



 »Wie soll ich Amication in die Praxis umsetzen? « Das geht natürlich nicht! Nicht so, wie es in dieser Frage aufscheint. Als Anwendung. Als etwas, das gekonnt sein will. Das man lernen kann. So geht es eben nicht!
Wie aber dann? Nun – es passiert einfach. Beiläufig. Ohne Absicht. Als Geschenk. Einfach so. Aber: nicht jedem passiert es, und nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort. Es braucht günstige Umstände. Gute Zeiten. Sonne am Himmel. Besser: Sonne im Herzen. Denn mit dem Herzen hat es zu tun. Amication ist ja auch eine Herzenssache. Und die kommt gleich nach der Verstandessache. Oder vorher. Mit dem Verstand könnt Ihr herausfinden, welche Gipfel der Erkenntnis überhaupt in Frage kommen. Welche Gipfel der Ethik und Moral, der Philosophie und der Lebensfreude Ihr denn überhaupt als die eigenen ansehen möchtet. Und welche Ihr dann besteigen wollt, die Gipfel, auf denen Ihr zu Hause seid, im Nachdenken, mit dem Verstand, mit der intellektuellen Identität.
»Zu mir gehört Amication«. So ein Satz ist eine klare Kopfposition. Und gleich danach und eigentlich ja davor kommt das Herz: »Das fühle ich, diese amicativen Matterhörner und Wasserfälle, Kuhglocken und Schneereste, Murmeltiere und Alpensegler, Enziane und Berghütten. Das alles fühle ich eben – die amicativen Sonnenstrahlen wärmen mein Herz, erfüllen mich und machen mich froh. Wenn Ihr das fühlt (wenn Ihr das fühlt), dann ist der Rest – der ganze Rest: die so genannte Umsetzung – eine Naturgewalt, die sich eben einfach ereignet. Die nicht inszeniert werden kann, sondern die sich ergibt. Als Ausdruck dieses amicativ schlagenden Herzens, dieses Gefühls: »So – genau so ist es für mich richtig. Alles – die Amication rauf und runter, alle zwölf Punkte der Grundlagen und zigtausend amicative Dinge mehr.«
»Das sagt mir was, die Amciation. Das ist mein Zuhause. Darin lebe ich. Das ist alles für mich so selbstverständlich.« Dann hat die Umsetzung längst begonnen. Euer Herz hat sich verwandelt, Ihr habt es umgesetzt in amicatives Land. Mehr ist nicht nötig, und mehr geht auch gar nicht. Nur so lässt sich Amication »umsetzen«.
»Kann man das nicht ein bisschen konkreter haben? So, dass man sich etwas unter amicativer Umsetzung vorstellen kann?« Bitte was? Wie soll man sich denn eine solche Herzumsetzung vorstellen? So etwas macht kein Arzt und keine Medizin, so etwas wächst. Von allein, oder eben nicht. Und je nach Umständen. Ja, natürlich, man muss dafür offen sein, ein bisschen jedenfalls. Ohne dieses bisschen mitgebrachte Offenheit geht es nicht. Und ob man so ein Stückchen Offenheit im Lebensrucksack hat oder nicht – das ist ein Geheimnis, das jeder in sich hat.
Dennoch: Ich helfe ja gern bei der mühseligen Arbeit (!), sich so etwas wie die »Umsetzung der amicativen Idee in die Alltagspraxis« vorzustellen. Hier sind drei Beispiele von Menschen, die ihren Weg zur Amication schon vor langer Zeit gefunden haben. Und wer das wirklich will, der kann auch Amication lernen und üben, das ist ja auch nicht verboten.

Fortsetzung folgt.



Kommentare:

  1. ..ich nenn das ja für mich nicht Amication.. für mich ist "das" etwas, was man auch nicht in einem Begriff fassen kann- es kommt dann auch -für mich- so daher, als wäre dies eine Erfindung- ich erleb es aber vielmehr als etwas, was es schon immer gab und gibt-jenseits von Zeit und Begriff... trotzdem mag ich (manchmal bis oft) was du "darüber" schreibst..und gehe davon aus, dass wir (manchmal bis oft) Ähnliches meinen.

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    1. zitat : ... " für mich ist "das" etwas, was man auch nicht in einem Begriff fassen kann ... "

      da stimme ich dir zu mama mia ... so wie ich deine worte erlebe ...

      in diesem dilemmma das " unsagbare " dennoch ausdrücken und mitteilen zu wollen befinde ich mich in zunehmendem ausmass ...

      und da geschieht s dann immer wiedermal ... dieses mich / dich "gesehen " und wahrgenommensein erleben ...

      und DAS ist s was mich jetzt leise lächeln lässt !!! ;-) ...

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  2. Hallo zusammen!

    Zitattext von Hubertus:
    "Hier sind drei Beispiele von Menschen, die ihren Weg zur Amication schon vor langer Zeit gefunden haben."
    Zitat-Ende

    Mein Weg zur Amication (die damals noch "Freundschaft mit Kindern" genannt wurde) begann damals Anfang der 1980er-Jahre.
    Und das kam so:
    Ich las in einem Buch, an dessen Titel und Name des Autors ich mich zurzeit nicht erinnere (aber wenn ich in meinem Bücher-Archiv nachschauen würde, fällt es mir sicher wieder ein).
    So kurz vor Ende des Buchtextes wurde den Interessierten einige Fragen zur thematischen Beantwortung angeboten. Diese Fragen hatte ich beantwortet und per Postkarte zur Post-Anschrift des Autors geschickt.

    Einige Tage später bekam ich einen Rückmeldung-Brief von einer mir unbekannten Person (also nicht vom Buch-Autor), die mir ihre Sichtweise bzgl. meiner als Antworten gegebenen Zukunft-Vermutungen schrieb.
    Und diese Person nannte mir in dem Brief die Post-Anschrift eines eingetragenen Vereins (Freundschaft mit Kindern-Förderkreis e.V.), bei dem ich mich melden könne, falls ich an weiteren Infos interessiert sei.
    Bei diesem FmK-Förderkreis e.V. hatte ich dann um kostenloses Info-Material gebeten und bin dort dann später (im Oktober 1980) Mitglied geworden.
    Und seitdem lerne ich Amication und übe ich "Freundschaft mit Kindern".
    Nebenbei:
    Wenn ich mich richtig an meine damals als Antworten gegebenen Zukunft-Vermutungen erinnere, habe ich diese immer noch.
    LG HaJo51

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  3. So, inzwischen habe ich in meinem Buch-Archiv nachgeschaut.

    Das betreffende Buch war/ist
    Titel: Die Gleichberechtigung des Kindes
    Untertitel: Programm zur Beendigung des Erziehungskrieges zwischen den Generationen – Reformvorschläge für Familie, Gesetzgebung und Institutionen
    Autoren (nur Nachnamen): v. Braunmühl, Kupffer, Ostermeyer

    LG HaJo51

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